Geschäftsbericht 2017
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III. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 

1. Prognosebericht 

Die dpa hat sich 2017 erwartungsgemäß entwickelt und mit einem Ergebnis von 1,2 Mio. Euro den Pro­gnosewert des Vorjahres leicht übertroffen. 

Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir trotz anhaltender Auflagenverluste und damit verbundener Erlösrückgänge in den Kerndiensten insgesamt ein kleines Umsatzwachstum von ein bis eineinhalb Prozent. Gepaart mit moderaten Kostensteigerungen sowie Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften und Beteiligungen in konstanter Höhe rechnen wir wieder damit, ein Ergebnis in der Größenordnung von 1 Mio. Euro zu erzielen. 

Dabei wird neben der positiven Entwicklung der neuen Aktivitäten wie z. B. Custom-Content oder dpa-Agenda, Produktinitiativen außerhalb der Kerndienste sowie dem sich gut entwickelnden Marktsegment Nicht-Medien insbesondere die sehr gut angelaufene Veränderung bei der internationalen Bildversorgung für den dpa-Bildfunk ein besonders ergebnisbeeinflussender Faktor sein. 

Perspektivisch gehen wir auch für das Jahr 2019 von leicht steigenden Gesamtumsätzen aus und rechnen unter dem Strich mit einem Jahresüberschuss in ähnlicher Höhe wie 2018. 


2. Chancen- und Risikobericht 

Auch 2017 stand, wie das Jahr zuvor, für die Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit der dpa. Dies hat die Organisation in all ihren Bereichen stark gefordert. 

Es gelang der Agentur abermals, ihr Geschäft weiter auszubauen. Im Zeitungsbereich konnten die Markt­anteile auf hohem Niveau gehalten werden, und auch die Anzahl der Kunden im In- und Ausland hat nach wie vor ein historisches Spitzenniveau. Größere Zuwächse konnten aber erneut insbesondere außerhalb des klassischen Kernmarktes und mit individualisierten Angeboten erzielt werden; diese Erfolge ermutigen uns, auf dem eingeschlagenen Weg weiter voranzugehen. 

Zugleich wurden die Kooperationen mit anderen Agenturen im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter intensiviert. Die Anfang 2013 gestartete Zusammenarbeit und Vertriebskooperation mit der amerikanischen Nachrichtenagentur AP lief auch im fünften Jahr ihres Bestehens ganz hervorragend, und die AP-Dienste konnten sich im deutschen Medienmarkt als eigenständiges journalistisches Zusatzangebot der dpa einen festen Platz sichern. Und nach der vorzeitigen Verlängerung des AP-Vertrages im Jahr 2016 wurde die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr sogar noch einmal deutlich ausgebaut. 

Nach Beendigung der langjährigen Zusammenarbeit mit der European Pressphoto Agency epa bei der internationalen Bildversorgung setzt die dpa verstärkt auf die AP-Bildangebote und ergänzt diese für den eigenen Bildfunk durch zusätzliche, weltweite Kooperationsvereinbarungen, um eine qualitativ hochwertige und lückenlose Bildversorgung sicherzustellen. 

Im November hat die dpa eine kleinere Akquisition getätigt und knapp 4 Prozent an der britischen Finanznachrichtenagentur Alliance News Ltd. übernommen, die operativ eng mit dpa-AFX zusammenarbeitet und wichtiger internationaler Kunde für deren englischen Feed ist. Gleichzeitig und zu gleichen Bedingungen ist auch The Press Association aus Großbritannien bei der Gesellschaft eingestiegen. Beide Seiten erhoffen sich für die Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit in diesem Marktsegment. 

Akquisitionen und Kooperationen sind wichtige Pfeiler der dpa-Gesamtstrategie. Zu dieser Strategie zählt aber auch, mit der Digitalisierung der Märkte Schritt zu halten und in dieser Hinsicht die Weiterentwicklung der Produktionsweise und des Produktportfolios voranzutreiben. Die Entwicklung der Anfang 2014 in Hamburg neu gegründeten Redaktion, die insbesondere für Kunden aus dem Nichtmedienmarkt Auftragsproduktionen, sogenannten Custom Content, erstellt, ist auch 2017 außerordentlich erfolgreich gewesen. Damit wird gezielt ein Marktsegment außerhalb des bisherigen Kundenkreises bedient. 

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur ist die konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen. Diese hat sich insbesondere im Zusammenhang mit der Gestaltung und Umsetzung der erforderlichen Veränderungsprozesse bewährt und wird auch weiterhin Leitlinie von Geschäftsführung und Chefredaktion sein. 

Risiken ergeben sich unverändert durch die bekannten Probleme der Medienbranche und speziell unserer Kunden im Tageszeitungsbereich. Die Printauflagen sinken – bis auf wenige Ausnahmen – weiter. Viele Medienhäuser verspüren einen anhaltend hohen Kostendruck. Auch ist nicht auszuschließen, dass mittelfristig weitere Zeitungstitel eingestellt oder Redaktionen zusammengelegt werden. Risikomindernd ist hingegen die weiterhin feststellbare Treue der Kunden zu ihrem Gemeinschaftsunternehmen dpa. Zahlreiche langfristige Verträge mit Großkunden wurden erneuert. Erste Erfolge konnten zuletzt auch verschiedene Medienhäuser aus dem Gesellschafterkreis mit dem Versuch erzielen, ihre Digitalangebote zumindest zum Teil für den Endnutzer kostenpflichtig anzubieten. Noch ist allerdings nicht abzusehen, wie diese Digitalerlöse mittelfristig die sinkenden Printerlöse kompensieren können. 

Um dem Ausfall- und Liquiditätsrisiko der Finanzanlagen und den damit verbundenen Forderungen zu begegnen, betreiben wir ein aktives Finanzrisikomanagement. Liquiditätsüberschüsse werden kurz- und mittelfristig gemäß den vorhandenen Richtlinien werthaltig angelegt. Durch die Besetzung von Organfunktionen bei verbundenen Unternehmen und Beteiligungen durch eigene Mitarbeiter und die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips können wir Risiken minimieren und jederzeit kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (einschließlich die gegen die Gesellschafter) werden zeitnah verfolgt und durch ein konsequentes Forderungsmanagement verwaltet. 

dpa ist abhängig von einer jederzeit einsatzbereiten IT-Infrastruktur. Risiken bestehen durch technische System­ausfälle (Stromausfall) oder externe Eingriffe wie Hackerattacken o. Ä. Zur umfangreichen Sicherungsstruktur zählen Notstromaggregate, ständige Datensicherung und -spiegelung und eine umfangreiche Firewall- und Sicherungsarchitektur. 

Zurzeit sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar, deren Eintritt wahrscheinlich ist.