Geschäftsbericht 2017
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Grußwort der Geschäftsführung

Peter Kropsch, Vorsitzender der Geschäftsführung, dpa


Sehr geehrte Gesellschafter der dpa, liebe Partner und Freunde,

2017 war für uns in der dpa das erwartet spannende Jahr. Zu den vielen Herausforderungen für unsere Redaktionen haben wir in allen Teilen der Unternehmensgruppe Initiativen gestartet, um die dpa gut für die Zukunft aufzustellen. Die Teams der dpa haben durchweg ausgezeichnete Arbeit geleistet. So können wir Ihnen für das abgelaufene Jahr erneut einen soliden Jahresabschluss präsentieren, bei dem wir unsere Planung übertreffen konnten. Doch es lohnt sich allemal, die Geschichte dieses Jahres etwas detaillierter zu erzählen.

Das Jahr startete sofort mit einer Vielzahl von neuen Quellen für den internationalen Teil des dpa-Bildfunks. Sie ersetzen seither die bis dahin laufende Bildversorgung über den langjährigen Lieferanten epa. Wir können sagen, dass wir in puncto Vollständigkeit und Schnelligkeit der Bildversorgung heute weitaus besser dastehen als in den vergangenen Jahren. Mit unseren rund 35 neuen Partnern haben wir ein Partnernetzwerk aufgezogen, das uns auch neue Möglichkeiten eröffnet. Neben dem Bildfunk profitieren unsere internationalen Dienste von wesentlich umfangreicherer Bebilderung. Für den spanischen und arabischen Dienst konnten darüber hinaus eigene Fotodienste gestartet werden.

Neben der deutlich steigenden Anzahl großer Nachrichtenlagen in Folge von Terror und Naturkatastrophen hat im Vorjahr die Streuung von bewusst falschen Informationen augenfällig zugenommen. In Bezug auf diese „Fake News“ hat die dpa in besonders proaktiver und professioneller Art und Weise agiert. Dies zeigt sich nicht nur in neuen Berufsbildern wie Radar- oder Verification-Officer in zentralen Redaktionsbereichen. Wir konnten dazu auch erste Produkte lancieren, die unseren Kunden helfen, mit der steigenden Unsicherheit durch oft bewusst falsche Informationen zurechtzukommen.

2017 trat auch immer klarer die grundsätzliche Natur der Herausforderung für die dpa zutage. Das Unternehmen ist eine der größten unabhängigen Nachrichtenagenturen der Welt. Die Unabhängigkeit der Berichterstattung erfordert ein langfristig solides finanzielles Fundament, das ausschließlich im freien Wettbewerb erwirtschaftet werden kann. 

Die Strategie der dpa kennt damit zwei Ziele: Zunächst muss die dpa ihre Medienkunden wirksam in deren eigenem Geschäft unterstützen. Das erfordert eine rasante Weiterentwicklung ihrer Dienste. Denn die Geschäftsmodelle der Medien richten sich ebenfalls neu aus. Eine Studie von BDZV und der Unternehmensberatung Schickler berichtet, dass 78 % der Verlage hohe bis existenzielle Relevanz im Aufbau neuer Geschäftsmodelle mit einem starken Fokus auf Bezahlinhalte sehen. Das ist aus meiner Sicht eine gute Nachricht – denn sie betont nach Jahren der Reichweitengläubigkeit wieder einen Journalismus, der sich am Nutzwert für den Rezipienten ausrichtet. Die dpa hat im Laufe des Jahres ein Programm namens „Performing Content“ ins Leben gerufen. Auswertungen von Nutzerdaten und Machine Learning sollen helfen, dpa-Inhalte zielgerichtet auf diese neuen Geschäftsmodelle abzustimmen. Die dpa befindet sich hier in einer idealen Position, die gewonnenen Erkenntnisse dem gesamten Markt zur Verfügung zu stellen.

Zweitens bedient die dpa nicht nur sehr unterschiedliche Märkte – Medien, Unternehmen und öffentliche Institutionen –, sondern sie hat sich zudem zu einer Gruppe mit einer zweistelligen Anzahl von Konzerngesellschaften mit unterschiedlichen Ausrichtungen entwickelt. Um in Zukunft wettbewerbs- und gestaltungsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Stärken und Kompetenzen besser bündeln, um uns rasch und gleichzeitig flexibel auf die Marktanforderungen einzustellen.

Vernetzung ist ein zentrales Thema für dpa. In diesem Geschäftsbericht zeigen wir Ihnen, wie wir in übergreifenden Teams und mit eng vernetzten Einheiten bei der dpa arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Menschen, die diesen Gedanken leben und gestalten.

Die Vernetzung beginnt in unseren Köpfen. 2017 hat die dpa bereits eine ganze Reihe von Schritten unternommen, so dass nun Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Konzernbereichen verstärkt im Tagesgeschäft zusammen agieren. Beginnend mit dem konzernweiten Führungskräfte-Nachwuchsprogramm „dpa Steps“ bis hin zu den neu eingesetzten Produktmanagern, die ein gemeinsames Curriculum durchlaufen. Die Stärke der dpa wird künftig aus der Kombination unseres gesamten Know-hows und unternehmensübergreifender Zusammenarbeit kommen.  

Das 2017 gestartete Vorhaben „dpa-Connect“ ist unser zentrales Infrastrukturprojekt. Der Name ist dabei Programm. Unsere neue Business-Infrastruktur soll künftig einfach und flexibel dpa-Inhalte und Inhalte von Partnern vernetzen und auf Plattformen anbieten, die wir zu digitalen Business-to-Business-Marktplätzen ausbauen. Die Nutzer unserer Marktplätze profitieren vom reichen Angebot, die Inhalte-Provider von einer weiteren Vermarktungsmöglichkeit. Der Autorisierungsservice „dpa-Identity“ wird den Zugang zu den dpa-Marktplätzen über eine einzige User-Kennung ermöglichen. 

Und wenn wir von Vernetzung sprechen: Die dpa vereint durch ihre Eigentümerstruktur private und öffentlich-rechtliche Unternehmen und praktisch alle Mediengattungen im Sinne des gemeinsamen Nutzens. Ich halte dies für ein Gut, dessen positive Wirkung für die Branche und die Gesellschaft jetzt und in Zukunft gar nicht überschätzt werden kann.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben uns für 2018 viel vorgenommen und uns ehrgeizige Ziele gesetzt. Die dpa wird sich am Ende des Jahres entlang Ihrer Anforderungen weiterentwickelt haben. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2018 zu gestalten.


Ihr Peter Kropsch
Hamburg, im Mai 2018