Geschäftsbericht 2017
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Der im Edelman Trust Barometer aufgezeigte Trend wird bestärkt durch Ergebnisse der Studie „Medienvertrauen in Deutschland 2017“ der Universität Mainz. So gaben im Rahmen der Untersuchung nur noch 17 % der Befragten an, dass sie Medienberichten etwa zu Umweltproblemen, Gesundheitsgefahren und politischen Skandalen „nicht“ oder „überhaupt nicht“ vertrauen, 2016 waren es noch 22 %.

Als führende deutsche Nachrichtenagentur arbeitet dpa kontinuierlich daran, das Vertrauen der Bürger in die Angebote des Qualitätsjournalismus zu stärken. Zum einen unterstützt dpa das internationale „Trust Project“. Das Projekt verfolgt das Ziel, Qualitätsjournalismus im Internet besser sichtbar und identifizierbar zu machen. Außerdem beteiligt sich dpa am Faktencheck-Netzwerk „First Draft Coalition“, dessen Mitglieder sich gegenseitig bei den Themen Verifikation und Recherche helfen.

Deutschlands führende Nachrichtenagentur nimmt damit eine noch wichtigere Rolle als Lieferant vertrauenswürdiger Berichte, Bilder, Grafiken und Videos innerhalb des deutschen und weltweiten Mediengeschäfts ein.


 

2. Geschäftsverlauf 

Die dpa hat 2017 zahlreiche Initiativen und Projekte vorangetrieben und ihre führende Position am Markt der Nachrichtenagenturen weiter ausgebaut und gestärkt.
 

Eine zentrale Rolle nimmt dabei der neu organisierte internationale dpa-Bildfunk ein, der für ein verbessertes und noch stärker auf lokale Quellen gestütztes Angebot an die Reaktionen gesorgt hat. Durch die Trennung von der epa und den Aufbau eines eigenen internationalen Netzwerkes mit rund 35 weltweiten Partneragenturen stellt die dpa einen punktgenauen und klar an den Bedürfnissen der Kunden orientierten Bilderdienst bereit.

Grundsätzlich stehen bei allen Weiterentwicklungen der redaktionellen dpa-Angebote die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden im Mittelpunkt. Dies gilt insbesondere für den „Profile-Prozess“, in dessen Verlauf die unterschiedlichen Angebote der dpa geschärft und optimiert werden, und auch für das Projekt „Performing Content“, in dem es darum geht, mehr über die tatsächliche Nutzung der digitalen dpa-Inhalte durch die dpa-Kunden und den Endverbraucher zu lernen und das gelieferte Material stärker darauf abzustimmen.

Eine ebenfalls zentrale Bedeutung für die Zukunft der Nachrichtenagentur hat die 2017 gestartete Strategie „dpa-Connect“. Ziel dieses Vorhabens ist es, eine digitale Austauschplattform zu schaffen, die für alle dpa-Kunden einen einfachen Zugang zu dpa-Inhalten bietet und gleichzeitig neue Möglichkeiten der Vernetzung für die Inhalte externer Partner bereithält. Mit ihrer Connect-Strategie unterstreicht dpa die große Bedeutung, die die Kunden aus Unternehmen, Organisationen und Institutionen neben den Medienkunden für die Agentur einnehmen.

Darüber hinaus hat die dpa an vielen weiteren Stellen in die Qualität und Weiterentwicklung ihrer Dienste investiert. So wurde 2017 die Stelle eines Verification Officers besetzt, dessen Aufgabe es ist, Fälschungen und Falschinformationen zu identifizieren und die notwendigen Kenntnisse und Werkzeuge dafür in der dpa-Redaktion zu verankern. Außerdem hat die dpa im Rahmen verschiedener Veranstaltungsformate einen intensiven Austausch mit ihren Kunden gepflegt. Dazu gehören vornehmlich die Chefredakteurskonferenz, die auch 2017 wieder großen Zuspruch erhalten hat, sowie Hackathons, mehrere Fachkonferenzen der einzelnen Ressorts oder auch der dpa-infografik-Award, an dem sich viele deutsche Medien beteiligt haben. Außerdem engagiert sich die dpa bei zukunftsweisenden Branchen­events wie etwa dem Scoopcamp, bei dem es um inno­vatives digitales Storytelling geht.

Eine wichtige Rolle im Innovationsprozess und bei der Weiterentwicklung der dpa-Dienste insgesamt spielen die Tochtergesellschaften und Beteiligungen. So ermöglicht es beispielsweise die Übernahme des Monitoringdienstes Buzzrank, die Entwicklung von Themen in Sozialen Netzwerken zu beobachten und auszuwerten. Das Rekordergebnis der dpa-infocom belegt, dass die dpa es nachhaltig verstanden hat, den digitalen Wandel aufzugreifen und gewinnbringende Geschäftsmodelle aufzubauen. Dies wird auch daran deutlich, dass der von der dpa initiierte next media accelerator (nma) 2017 mit einer größeren Finanzausstattung und einem erweiterten Investorenkreis in eine neue Phase eingetreten ist. Der nma, der sich mit der Förderung mediennaher Start-ups beschäftigt, stellt einen starken Innovationspartner für die Gesellschafter und Kunden der dpa dar.

Einen weiteren Beleg für die Fähigkeit der dpa, mit neuen und innovativen Angeboten langfristig am Markt erfolgreich zu sein, lieferte 2017 der beliebte Kindernachrichtendienst, der sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Es ist und bleibt ein Kernanliegen der dpa, Kinder und Heranwachsende mit Qualitätsmedien vertraut zu machen und sie bei der Entwicklung ihrer Medienkompetenz intensiv zu unterstützen.
 


3. Lage

Ertragslage

Mit 93,6 Mio. Euro (Vorjahr: 94,0 Mio. Euro) blieb der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH nahezu konstant, wobei der Rückgang mit 0,4 Mio. Euro bzw. – 0,5 % trotz der erwähnten Auflagenrückgänge bei den Zeitungen insgesamt noch sehr moderat ausfiel.
 
 

Neben den absehbaren Erlösrückgängen beim dpa-Basisdienst und den Landesdiensten durch weiterhin rückläufige Auflagenzahlen ist es auch bei den fremdsprachigen Auslandsdiensten nicht gelungen, das Umsatzniveau des Vorjahres zu halten. Hier wirkte sich im arabischen und englischen Dienst zunehmend die anhaltende Krise in der gesamten Nahost-Region dahingehend aus, dass diverse Kunden ihre Kosten senken mussten bzw. Dienste vollständig gekündigt haben. Und eine Kehrtwende zeichnet sich hier leider nicht ab.